Die Erforschung von Tieren & kleinsten Lebewesen
Tiere, Mikroorganismen und andere kleinste Lebewesen begegnen uns überall – im Boden, im Wasser, in unserem Körper und in den unterschiedlichsten Lebensräumen. Sie beeinflussen unsere Gesundheit, die Umwelt und das Gleichgewicht der Natur auf vielfältige Weise.
Wie erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Tiere, Bakterien oder andere Mikroorganismen und ihr Verhalten? Welche Rolle spielen sie in Ökosystemen und in der Medizin?
Zahlreiche Wissenschaftsbotschafterinnen und -botschafter geben in persönlichen Besuchen und thematischen Workshops spannende Einblicke in ihre Forschung und laden zum Entdecken ein. Die Kinder und Jugendlichen erhalten die Gelegenheit, Tiere (z.B. Nashörner, Wölfe, Spinnentiere) und kleinste Lebewesen (z.B. Bakterien) aus wissenschaftlicher Perspektive kennenzulernen und ihre eigenen Fragen mit Expertinnen und Experten zu diskutieren.
Persönliche Besuche
Wissenschaftsbotschafter:innen aus den folgenden Themenbereichen stehen für einen individuellen Besuch zur Verfügung. Der Inhalt und Ablauf des Besuchs wird dabei individuell mit dem/der Forschenden vereinbart. An Schulen kann dieser vorab von der Klasse mit einem Fragenkatalog vorbereitet werden, damit die Forschenden auf die spezifischen Interessen der Schüler:innen eingehen können.
Thematische Workshops
Bakterien – kleine Freunde und freche Fieslinge
In diesem Workshop von Dr. Martin Pfeiffer (Technische Universität Graz) lernen die Kinder, was Bakterien sind und dass sie überall um uns herum vorkommen. Wir sprechen darüber, dass manche Bakterien krank machen können, andere aber nützlich und unsere Freunde sind.
Im praktischen Teil darf jedes Kind einen eigenen Abdruck auf einer Agarplatte machen. Über Nacht wachsen die Bakterien, und am nächsten Tag schauen wir uns die Ergebnisse gemeinsam an.
Der Kurs umfasst 2 Einheiten à 30–40 Minuten.
Zielgruppe: Kindergärten
Dauer: 1 UE
Ort: In Präsenz in der Steiermark (Region Graz).
Bakterienalarm
Folgende Themen bespricht Kathrin Kober-Rychli (Veterinärmedizinische Universität Wien) mit den Kindern und gemeinsam probieren sie vieles aus:
- Wie sehen Bakterien aus?
- Wo leben Bakterien?
- Sind Bakterien unsere Freunde?
- Was für tolle Sachen machen Bakterien?
- Wie schütze ich mich vor Bakterien, die krank machen?
- Wie kann ich Bakterien sehen?
Zum Schluss schnappen wir uns die Bakterien und lassen die Kinder Bakterien sammeln. Sie bekommen Agarplatten, auf denen sie Bakterien wachsen lassen können.
Nach 1-2 Tagen sehen die Kinder ihre Bakterien.
Zielgruppe: Kindergärten, Volksschulen
Dauer: 1 UE (Kindergärten), 2 UE (Volksschulen).
Ort: In Präsenz in Niederösterreich, Wien (in NÖ nur Wien Umgebung).
Boden erleben
Durch gemeinsames Erleben von Boden mit einer Fingerprobe, Malen mit Bodenfarben oder das Beobachten von Bodentieren mit dem Mikroskop sollen gemeinsam mit Dr. Julia Fohrafellner (AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) der Boden, seine Bewohner und seine Funktionen den Kindern näher gebracht werden. Für Gruppen bis etwa 20 Kindern.
Zielgruppe: Kindergärten, Volksschulen
Dauer: 3 UE
Ort: in Präsenz in Wien.
Entwicklungsgeschichte und Domestikation von Altweltkamelen
Die Geschichte von Mensch und Kamel ist eng miteinander verknüpft, vor allem in sehr trockenen Regionen, in denen Menschen ohne diese außergewöhnlichen Tiere nicht überleben könnten. Altweltkamele (Camelus bactrianus und Camelus dromedarius) gehören zu den zuletzt domestizierten Haustierarten - vor ca. 3000 bis 6000 Jahren. Anhand einer Präsentation sowie Anschauungsmaterial bespricht PD Dr. Pamela Burger (Veterinärmedizinische Universität Wien) die Entwicklung und die Domestikation von Kamelen. Zudem können die Schüler:innen selbst aus ihrer Spucke eine DNA-Extraktion machen.
Zielgruppe: Mittelschule, AHS (SEK 1), AHS (SEK 2)
Dauer: 2 UE
Ort: in Präsenz in Burgenland, Niederösterreich, Wien.
Online in allen Bundesländern
Nanovesikuläre Präzisionsmedizin - "FedEx" im Nanomaßstab
Unsere Körperzellen geben andauernd winzige zelluläre "Bläschen" (sog. "Nanovesikel") ab, um Information mit anderen Zellen auszutauschen. Die sendende Zelle verpackt dabei eine Vielzahl an Botenstoffen und Molekülen und verschickt diese zielgerichtet an andere Zellen, die die Bläschen "entpacken" und entsprechend auf die Botschaft der Senderzelle reagieren. Dies kann man sich vorstellen wie "FedEx" im Nanomaßstab - ein ausgeklügelte Transportsystem, das eine lebenswichtige Rolle für unseren Körper spielt.
Im Workshop von Univ.-Prof. Nicole Meisner-Kober (Universität Salzburg) lernen die Schülerinnen und Schüler Fragestellungen und Methoden der nanovesikulären Präzisionsmedizin kennen: Wie funktioniert dieses Transportsystem? Wie kann es für neue Medikamente in der Krebstherapie genutzt werden? Wie muss man dabei vorgehen? Und was hat Molke aus der industriellen Käseherstellung damit zu tun?
Zielgruppe: AHS (SEK 2)
Dauer: 8 UE
Ort: in Präsenz in Oberösterreich, Salzburg
Über Wölfe
In diesem Workshop von Dr. Lina Oberließen (Veterinärmedizinische Universität Wien), der sich explizit an jüngere Kinder richtet, sollen die Schülerinnen und Schüler grundlegendes Wissen über den Wolf lernen: Wie leben Wölfe zusammen? Aus wie vielen Tieren besteht ein Rudel? Was fressen Wölfe? Welches Haustier stammt vom Wolf ab? Sind Wölfe wirklich gefährlich? Usw. Die Kinder sollen weiters die Möglichkeit bekommen, mitgebrachtes Wolfsfell anzufassen und einen Gipspfotenabdruck von einem Wolf zu sehen.
Zielgruppe: Volksschule
Dauer: 2 UE
Ort: in Präsenz in Niederösterreich, Wien.Anfragen bzw. Besuche sind erst wieder ab Jänner 2027 möglich.
Wissenschaftliche Arbeit mit Wölfen
In diesem Workshop von Dr. Lina Oberließen (Veterinärmedizinische Universität Wien) soll mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam erarbeitet werden, welche Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, damit eine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Wölfen überhaupt möglich ist. Die Themen Handaufzucht, Haltung, Training und ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe stehen dabei im Fokus. Weiters werden beispielhaft 1-2 Studien der Core Facility Wolf Science Center vorgestellt und natürlich im Vorfeld einige generelle Informationen über Wölfe vermittelt.
Zielgruppe: AHS (SEK 1), AHS (SEK 2), BHS, BMS, Berufsschulen
Dauer: 2 UE
Ort: in Präsenz in Niederösterreich, Wien.
Online in allen BundesländernAnfragen bzw. Besuche sind erst wieder ab Jänner 2027 möglich.
Ablauf und Anmeldung
- Sie teilen uns Ihren Wunsch über das Formular mit:
- Wir vermitteln den Kontakt zu den Forschenden, informieren Sie, wenn diese zusagen und helfen anschließend bei Bedarf bei der weiteren Organisation.
- Sie treffen alle weiteren Absprachen individuell mit der/dem Forschenden und bereiten die Schulklasse / die Kindergartengruppe / die Besucher:innen der Bibliothek auf den Besuch vor
- Nach dem Besuch freuen wir uns über einen kurzen Erfahrungsbericht an youngscience@oead.at.
Die genannten Forschenden sind nur eine Auswahl der insgesamt über 680 Personen, die als Wissenschaftsbotschafter:innen Schulen besuchen und zusätzlich über 330 verschiedene Workshops anbieten.
HIER finden Sie weitere Informationen zur Initiative und den Profilen aller Wissenschaftsbotschafter:innen.