Assoc. Prof. Daniela Dunkler
- 3-6 Besuche pro Jahr
- Bevorzugte Regionen: Wien.
- Bietet individuelle Besuche an.
- Besucht gerne: Kindergärten, Volksschulen, SEK I, SEK II sowie sonstige Einrichtungen (z.B. Bibliotheken, Horte, etc.).
- Es fallen keine Fahrtkosten an.
Forschungsschwerpunkte
- Wahrscheinlichkeiten und Risiken korrekt interpretieren und verstehen
- Korrekte Interpretation von Forschungsergebnissen
- Statistik
- Epidemiologie & Public Health
- Medizinische Forschung
- Wie erkenne ich schlechte Forschung?
Aktuelle Projekte
Reproduzierbarkeit von wissenschaftlichen Studienergebnissen: Daten bieten ein enormes Potenzial, um Gesundheitspolitik, medizinische Praxis und die Öffentlichkeit über die Auswirkungen gesundheitlicher Entscheidungen zu informieren. Doch je nach gewählten Analyseansatz und Erfahrung der durchführenden Forschenden kann dieselbe Fragestellung zu unterschiedlichen, aber dennoch validen Ergebnissen führen; ein Phänomen, das als Variation der Effekte bezeichnet werden kann. Diese natürliche Variation kann fälschlicherweise als Uneinigkeit unter Forschenden wahrgenommen werden und so das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft beeinträchtigen. In unserem Projekt nutzen wir österreichische Gesundheitsdaten, um drei wichtige medizinische Fragestellungen zu untersuchen.
Diese Studien dienen zugleich einem übergeordneten Ziel: Wir möchten messen, wie stark sich Ergebnisse je nach analytischer Entscheidung verändern können. Dafür erarbeiten wir gemeinsam mit nationalen und internationalen Methodenexpert:innen standardisierte und umfassende Analysepläne. Um Vertrauen in wissenschaftliche Arbeit zu fördern, veröffentlichen wir alle Methoden und Ergebnisse offen. Dazu gehören Publikationen in Fachzeitschriften, Vorlagen für reproduzierbare Analysen und interaktive Webanwendungen, die das Konzept der Variation von Effekten verständlich vermitteln. Unser Projekt soll langfristig zu mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Wissenschaft beitragen.Langfristige Vorhersage mit kurzfristigen Daten: Ein zentrales Ziel in der Medizin ist es, Risiken möglichst verlässlich vorherzusagen; zum Beispiel, wie wahrscheinlich ist es, dass eine Person mit bestimmten Eigenschaften (Alter, Geschlecht, Gewicht, etc.) in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt erleidet. Um solche Vorhersagen zu treffen, braucht man jedoch zunächst Daten: Man muss eine größere Gruppe von Menschen mit ähnlichen Eigenschaften über viele Jahre hinweg beobachten und kann dann aus diesen Daten ein solches Vorhersagemodell entwickeln. Hier liegt ein grundlegendes Problem. In der Praxis interessieren wir uns oft für deutlich längere Zeiträume. Bei einer Vorsorgeuntersuchung wäre es etwa sinnvoll, einer 20-jährigen Person ihr Risiko für einen Herzinfarkt in den nächsten 30 oder 40 Jahren zu nennen. Solche langfristigen Daten sind jedoch sehr selten und wenn sie existieren, spiegeln sie im Allgemeinen medizinische und gesellschaftliche Bedingungen wider, die heute nicht mehr aktuell sind.
In diesem methodischen Projekt entwickeln wir Ansätze, um aus vorhandenen, kurzfristigen Daten dennoch verlässliche langfristige Vorhersagen abzuleiten. Es geht also darum, vorhandene Informationen besser zu nutzen und die zeitliche Lücke zu überbrücken. Sobald geeignete Methoden entwickelt sind, wenden wir diese auch auf eine konkrete Fragestellung an. Ziel ist es, ein Vorhersagemodell für Österreich zu entwickeln, mit dem sich das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis über einen Zeitraum von 30 Jahren möglichst gut abschätzen lässt.
Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang
Mein Weg in die Wissenschaft begann mit einem Statistikstudium an der Universität Wien. Während eines Auslandsaufenthalts in Linköping, Schweden, habe ich erstmals Epidemiologie kennengelernt. Die Frage, wie Krankheiten entstehen, verlaufen und in Bevölkerungen untersucht werden können, hat mich fasziniert und meinen weiteren Weg geprägt.
Zurück in Wien habe ich als Biostatistikerin an der Herz-Thoraxchirurgie des AKH klinische Studien begleitet vor allem zum Thema Herztransplantation. Gleichzeitig war ich an der Medizinischen Universität Wien tätig und konnte an vielen unterschiedlichen klinischen Studien mitarbeiten. Dabei wurde mir immer klarer, wie entscheidend statistische Methoden dafür sind, verlässliche medizinische Erkenntnisse zu gewinnen.
In meiner Promotion habe ich mich mit der Analyse von "Big Data" beschäftigt, etwa mit genetischen Informationen, bei denen tausende Variablen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Es folgte die Habilitation in Biostatistik und Public Health sowie ein Forschungsaufenthalt in Hamilton, Kanada, wo ich im Bereich Nierentransplantation geforscht habe.
Heute arbeite ich als Biostatistikerin an der Medizinischen Universität Wien. Ich unterstütze medizinische Studien, forsche selbst an statistischen Methoden und unterrichte Studierende und manchmal auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Medizinischen Universität. Aktuell beschäftigt mich besonders die Frage, wie man langfristige Vorhersagen treffen kann, wenn nur vergleichsweise kurze Beobachtungszeiträume vorliegen; z.B. wie sich das Risiko für einen Herzinfarkt über 30 Jahre vorhersagen lässt, obwohl nur Daten von 10 Jahren verfügbar sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie reproduzierbar wissenschaftliche Ergebnisse sind. In der Wissenschaftskommunikation ist es mir ein Anliegen zu zeigen, wie Forschung tatsächlich funktioniert: dass Ergebnisse nicht einfach „da sind“, sondern das Ergebnis vieler Entscheidungen sind und warum Studien deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können.