Univ.-Prof. Sebastian Schlund
- 2-4 Besuche pro Jahr
- Bevorzugte Regionen: Niederösterreich, Wien.
- Bietet individuelle Besuche an.
- Besucht gerne: Kindergärten, Volksschulen, SEK I, SEK II, Sonderschulen und inklusiven Schulzentren, sowie sonstige Einrichtungen (z.B. Bibliotheken).
- Es fallen keine Fahrtkosten an.
Forschungsschwerpunkte
- Industrialisierung variantenreicher Produktionsprozesse
- Kreislaufwirtschaft, Demontage
- Adaptive Arbeitssysteme
- Automatisierung und Robotik in der Produktion
Aktuelle Projekte
A2I (Assist to Include): Lernen, merken, ausführen. Nach diesem Muster funktioniert Arbeit. Doch Arbeit wird immer komplexer. Aus diesem Grund stellt der Einstieg in den Arbeitsmarkt für Menschen mit Beeinträchtigung oft eine große Herausforderung dar.
Das Ziel von A2I (Assist to Include, gefördert durch Digifonds der AK Wien) ist die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung in komplexe Arbeitsprozesse durch den Einsatz assistiver Technologien. Das Projekt legt seinen Fokus auf die Anwendung von Spatial Augmented Reality (SAR) zur Reduktion dieser Komplexität. Durch die visuelle Informationsvermittlung mittels SAR können Arbeitsinformationen direkt während des Arbeitsprozesses vermittelt und somit die kognitive Belastung beim Anlernen der Arbeitsschritte reduziert werden.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Einbeziehung von Endanwender:innen, um ein grundlegendes Verständnis der tatsächlichen Assistenzwirkung zu schaffen. Mittels qualitativen und quantitativen Studien zielt das Forschungsvorhaben auf die Messung sowie Optimierung des visuellen Lernprozesses und die Abschaffung von kognitiven Barrieren bei Arbeitsprozessen. Die Resultate des Projektes stellen eine erstmalige Grundlage für die Inklusion mittels Technologieunterstützung für alle integrative Betriebe sowie die Industrie dar.Ergo4A (Ergonomics for All): Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sind die häufigste Ursache für langfristige Arbeitsunfähigkeit und Arbeits-Ausfalltage in der EU und verursachen Kosten von ungefähr 2% des Bruttoinlandsprodukts der gesamten EU. In Österreich sind MSE nach Erkrankungen des Atmungssystems der zweithäufigste Grund für Krankenstände, verantwortlich für knapp 15% der Krankenstandsfälle.
Damit die Arbeitsumgebung für Arbeitskräfte möglichst gesund und komfortabel gestaltet ist, werden Methoden der Ergonomie angewendet. Diese zielen auf die Bewertung der Risikofaktoren durch Analyse der Körperhaltung bei der Arbeit. Das Projekt „Ergo4A“ (Ergonomics for All) entwickelt eine Methodik zur einfachen und schnellen Ergonomie-Selbstbewertung durch ArbeiterInnen vor Ort. Diese wird in Form einer mobilen App implementiert, die Arbeitskräften Ergonomie näher bringt. Gleichzeitig können ArbeitgeberInnen die App als zugängliche und einfache Methode zur Durchführung ergonomischer Analysen und Identifizierung von Verbesserungen nutzen.
Die App verwendet Algorithmen zur Schätzung der Körperpose aus Video-Streams und ermöglicht Mitarbeiter:innen ihre Körperhaltung in Echtzeit zu analysieren sowie zum Zwecke einer weiterführenden Erklärung oder wiederholtem Abspielen der Aufnahme zu speichern. Die App wird Open-Sourced und kostenlos über gängige App-Repositories (Google Playstore, Apple Store) verfügbar sein. Durch die App verfolgt das Projekt das Ziel, österreichische Mitarbeiter:innen im Bereich der Ergonomie zu sensibilisieren und weiterzubilden.
Ergo4A wird von der Arbeiterkammer Niederösterreich (Projektfonds Arbeit 4.0) gefördert. Im Forschungsprojekt arbeitet TU Wien MMI mit dem Institut für Creative\Media/Technologies an der FH St. Pölten zusammen.
Pilotfabrik der TU Wien: Die Pilotfabrik der TU Wien stellt ein öffentlich zugängliches Demonstrationslabor dar für Innovationen in der Produktionstechnik. Zahlreiche Demonstratoren aus den Bereichen Fertigung, Montage, Logistik, Instandhaltung und Kreislaufwirtschaft zeigen, welche Technologien zukünftig die industrielle Produktion verändern werden.
Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang
- Studium des Verkehrswesens in Berlin und Lyon
- Promotion im Bereich Produktentwicklung (Dr.-Ing) in Wuppertal
- Akademischer Rat (PostDoc) an der Universität Stuttgart und gleichzeitig Abteilungsleiter Produktionsmanagement am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart
- seit 2017 Universitätsprofessor für Industrial Engineering an der TU Wien
- seit 2023 Geschäftsführer der Fraunhofer Austria Research GmbH