Univ.-Prof. Jessika-M. Cavalleri
- 1-2 Besuche pro Jahr
- Bevorzugte Regionen: Burgenland, Niederösterreich, Salzburg, Wien.
- Bietet individuelle Besuche an.
- Fahrtkosten sind vom Kindergarten bzw. der Schule zu übernehmen.
Forschungsschwerpunkte
- Infektionskrankheiten des Pferdes
- Durch Zecken und Mücken übertragene Krankheitserreger
- Immunabwehr und Wirt-Pathogen-Interaktionen
- Neu bzw. erneut auftretende Viruserkrankungen
- Equines Melanom
Aktuelle Projekte
Wie schützt Impfung Pferde vor dem West-Nil-Virus? Immunantworten verstehen und Impfstrategien verbessern: Das West-Nil-Virus ist ein durch Mücken übertragener Erreger, der zwischen Vögeln und Mücken zirkuliert, aber auch Pferde und Menschen infizieren kann. In seltenen Fällen führt es zu schweren neurologischen Erkrankungen. Seit 2016 gibt es auch in Österreich Fälle bei Pferden, und die Ausbreitung des Virus nimmt zu.
Obwohl es Impfstoffe für Pferde gibt, ist noch unklar, wie genau sie vor dem Virus schützen – besonders bei älteren Tieren oder gegen neue Virusstämme. Zudem könnte eine kombinierte Impfung (z. B. erst ein Totimpfstoff, dann ein modifizierter Lebend-Impfstoff) besser wirken als die bisher übliche Wiederholung desselben Impfstoffs.
Dazu untersuchen wir:
- Wie reagiert das Immunsystem von Pferden auf die Impfung?
- Welche biologischen Signale zeigen an, ob ein Pferd gut geschützt ist?
- Ist eine heterologe Impfstrategie wirksamer als die Standardimpfung?
- Die Ergebnisse sollen helfen, bessere Impfstrategien zu entwickeln.
- Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Expert:innen für Virologie, Immunologie und Pferdemedizin durchgeführt.
Neue Biomarker und Therapieziele beim Pferdemelanom durch RNA-Profilierung des zirkulierenden vesikulären Sekretoms und von Tumorgewebe: Melanome sind eine der häufigsten Arten von Hauttumoren bei Pferden. Die derzeitige Methode zur sicheren Diagnose dieser Tumoren beinhaltet invasive Hautbiopsien, die unerwünschte Manipulationen des Tumorgewebes mit sich bringen. Daher besteht ein dringender Bedarf an nicht-invasiven diagnostischen Methoden.
Extrazelluläre Vesikel (EVs) sind winzige Partikel, die von Zellen abgegeben werden und eine Vielzahl von Biomolekülen wie Nukleinsäuren, Proteine, Lipide, und Zucker transportieren. Sie können den Zustand der Zelle widerspiegeln, aus der sie stammen, und daher wertvolle Informationen über den Gesundheitszustand des Organismus liefern. Das molekulare Muster von zirkulierenden Tumorzell-EVs, z.B. aus Blutproben, kann Aufschluss über die Art und Bösartigkeit des Tumors geben. Beim Menschen wurden zirkulierende EVs bereits erfolgreich als Biomarker in der Krebsdiagnostik eingesetzt. Darüber hinaus könnten EVs auch als therapeutisches Ziel dienen. Die bereits in EVs gefundenen Moleküle beeinflussen Signalwege, die auch beim Pferd an der Tumorentwicklung und -progression beteiligt sind.
Diese Erkenntnisse legen nahe, dass EVs auch bei Pferden als Biomarker für Melanome dienen und die gezielte Modulation dieser Moleküle neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Melanomen bei Pferden ermöglichen könnte. Trotz des Potenzials von EVs als Biomarker und therapeutische Ziele für Pferdemelanome ist bisher nichts über deren molekulare Merkmale bekannt. Diese Studie zielt daher darauf ab, diese Wissenslücke zu schließen und die Rolle von EVs bei Pferdemelanomen weiter zu erforschen. Das Wissen um die sehr selektive Sortierung funktioneller RNAs in EVs, rückt deren Profilierung vorerst in den Fokus.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Expert:innen für Molekularbiologie, Mikromorphologie und Pferdemedizin durchgeführt.
Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang
Nach dem Studium der Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin promovierte ich an der Vetsuisse-Fakultät Zürich und absolvierte eine internationale Fachausbildung in Innerer Medizin des Pferdes (Diplomate ECEIM und European Specialist in Equine Internal Medicine). Anschließend war ich an der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Klinik, Forschung und Lehre tätig und habilitierte mich im Fach Innere Medizin des Pferdes mit Forschung zu Immuntherapie des equinen Melanoms. Seit 2017 bin ich Professorin für Innere Medizin des Pferdes an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wo ich mich in der Forschung schwerpunktmäßig mit Infektionskrankheiten, klinischer Immunologie und neu bzw. wieder-auftretenden Erkrankungen des Pferdes beschäftige. Mein Ziel ist es, herauszufinden, wie Krankheitserreger den Körper beeinflussen, wie das Immunsystem darauf reagiert und wie dieses Wissen genutzt werden kann, um die Gesundheit von Pferden nachhaltig zu verbessern.