Dr. Kristina Karl
- 2 Besuche pro Jahr
- Bevorzugte Regionen: Oberösterreich, Salzburg, Tirol
- Bietet individuelle Besuche und thematische Workshops an.
- Besucht gerne: Kindergärten, Volksschulen, SEK I, SEK II, Sonderschulen und inklusiven Schulzentren.
- Fahrtkosten sind von der Schule zu übernehmen.
Forschungsschwerpunkte
- Empirische Geschichts- und Politikdidaktik
- Kompetenzmodellierung und Kompetenzmessung im Rahmen nationaler und internationaler Large-Scale Assessments
- Digitalisierung in der Politischen Bildung, insbesondere Game-based Learning sowie die Wirkung digitaler Räume auf Wahrnehmung, Einstellungen und Lernprozesse
Aktuelle Projekte
- Raterforschung in IKM PLUS: Difficult‑to‑Score‑Texte und Bewertungsqualität in Deutsch & Englisch:
Das Projekt bündelt zwei komplementäre Studien zur Bewertungsqualität in Large‑Scale‑Assessments (IKM PLUS, ICCS): (1) Diff2Score analysiert Textmerkmale (u. a. Länge, lexikalische Diversität) von „difficult‑to‑score“-Texten und deren Einfluss auf Ratingqualität via Many‑Facet‑Rasch‑Modellen. (2) Rate the Rater untersucht Interrater‑Reliabilität, Rater‑Effekte (Strenge/Nachsicht/Mitte) und Prädiktoren (Ausbildung, Erfahrung) mit Kappa/ICC und MFRM – mit Implikationen für Ratertraining und Feedbackpraxis. - Mündigkeit im Feed: KI‑Bilder, Social Media & historisches Denken: Das Projekt untersucht, wie Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram sowie KI-generierte Bilder und Videos historische Wahrnehmung und Erinnerungskultur junger Menschen prägen. Auf Basis empirischer Unterrichtsstudien zu KI‑Geschichtsvideos und theoretischer Analysen digitaler Geschichtskulturen werden Darstellungslogiken, Affektmechanismen und algorithmische Sichtbarkeit als neue Akteure historischer Sinnbildung beschrieben. Ziel ist die Entwicklung didaktischer Konzepte für „Quellenkritik 2.0“ und Maßnahmen zur Förderung eines reflektierten historischen Denkens im digitalen Raum.
- Die Manosphere, neue rechte Narrative & antifeministische Onlinebewegungen: Forschungsprojekt zu digitalen Räumen der „Manosphere“ (z. B. Red Pill, Incels, Influencer der extremen Männlichkeit) und deren Verbindung zu rechtspopulistischen, antifeministischen und demokratiegefährdenden Ideologien. Analyse von jugendkulturellen Aneignungsprozessen sowie Entwicklung pädagogischer Empfehlungen für politische Bildung, Prävention und digitale Männlichkeitsforschung.
Thematische Workshops
Die Manosphere verstehen – Prävention & Medienbildung für Jugendliche
Soziale Medien prägen heute maßgeblich die Identitätsfindung und Orientierung von Jugendlichen. Gerade männliche Heranwachsende geraten zunehmend in den Sog der sogenannten Manosphere, in der Männlichkeit und Geschlechterrollen stark toxisch und misogyn geprägt sind.
Algorithmen verstärken diese Narrative und führen Schritt für Schritt weiter zu antifeministischen Ideologien, radikalisierenden und gewaltverherrlichenden Akteuren sowie zu verschwörungsideologischen Inhalten. Diese Strukturen sind eng verknüpft mit neuen rechten, LGBTQ+-feindlichen, antisemitischen und rechtsradikalen Diskursräumen.
Ein reflektiertes Bewusstsein über diese Online Ideologien und ein Verständnis der dahinterliegenden Mechanismen ist daher essenziell – nicht nur für Jugendliche, sondern für unseren demokratischen Zusammenhalt insgesamt.
Im Workshop beleuchten wir gemeinsam:
- wie die Manosphere funktioniert,
- warum sie für bestimmte männliche Jugendliche attraktiv ist,
- und welche Formen schulischer Prävention wirksam sind.
-
Zielgruppe: Mittelschule, AHS (SEK 1), AHS (SEK 2)
-
Dauer: 2 UE
-
Ort: In Präsenz in Oberösterreich, Salzburg, Tirol · Online in allen Bundesländern
-
Fahrtkosten sind von der Schule zu übernehmen.
Mündigkeit im Feed – Wie KI‑Bilder unsere Sicht auf Geschichte verändern
In diesem Workshop setzen sich Schüler:innen kritisch mit KI‑generierten historischen Bildern und Kurzvideos auseinander, wie sie auf TikTok oder Instagram viral gehen. Anhand ausgewählter Beispiele lernen sie, visuelle Plausibilitätsheuristiken (Detailreichtum, Ästhetik, „Archiv“-Anmutung) zu hinterfragen und Fake‑History‑Mechanismen zu erkennen. Gemeinsam analysieren wir, wie Algorithmen, Emotionalisierung und Plattformlogiken historische Wahrnehmung formen und wie eine zeitgemäße „Quellenkritik 2.0“ aussehen kann.
-
Zielgruppe: AHS (SEK 2), BHS
-
Dauer: 2 UE
-
Ort: In Präsenz in Oberösterreich, Salzburg, Tirol · Online in allen Bundesländern
-
Fahrtkosten sind von der Schule zu übernehmen.
Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS) und beteiligt an den Large-Scale-Assessments ICCS 2027 und IKM PLUS, seit 2024
- Professorin für Gesellschaftliches und Politisches Lernen an der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig, 2021-2023
- Universitätsassistentin für Geschichts- und Politikdidaktik an der Universität Salzburg, 2018-2021
- Der wissenschaftlichen Laufbahn voraus ging eine abgeschlossene Ausbildung zur Kindergärtnerin, gefolgt vom Lehramtsstudium UF Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung sowie Spanisch. Berufliche Erfahrungen umfassen pädagogische Tätigkeiten im elementarpädagogischen, schulischen und außerschulischen Bereich, u. a. SOS Kinderdorf, Holztechnikum Kuchl und WIFI Salzburg.
- 2024 Promotion im Fach Pädagog:innenbildung. Die Dissertation „Historisch Denken – Geschichte schreiben“ analysiert mittels qualitativer und quantitativer Verfahren historische Denkprozesse angehender Lehrpersonen. Forschungsaktivitäten umfassen ethnografische Studien zur Geschichtskultur im Kindergarten, Projekte zu Game‑based Learning (insbesondere Minecraft) sowie aktuelle Untersuchungen zu Erinnerungskultur und politischer Bildung in digitalen Räumen.