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Armut und Reichtum in Familien aus Kindersicht - Mit Kindern anders über Familie forschen (MiKA)
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Armut und Reichtum sind in Österreich sehr ungleich verteilt. Der sogenannte sozioökonomische Status der Familie (dazu gehören z.B. die Bildung und das Einkommen der Eltern) beeinflusst das Familienleben und die Lebenschancen von Kindern: Kinder, deren Eltern eine gute Ausbildung und ein hohes Einkommen haben, haben deutlich bessere Möglichkeiten für ihre eigene Bildung und Entwicklung. Kinder erleben daher schon früh soziale Ungleichheiten. Obwohl Österreich ein reiches Land ist, ist jedes 5. Kind armuts- und ausgrenzungsgefährdet. Die Familien, in denen diese Kinder leben, haben am Ende des Monats nicht genug Essen im Kühlschrank, können ihre Miete nicht bezahlen oder ihre Wohnung im Winter nicht ausreichend heizen. Die Lebens- und die Wohnbedingungen sind in diesen Familien schlecht oder sogar gesundheitsschädigend, deshalb sind Kinder in armutsgefährdeten Haushalten auch öfter krank. Auch ihr soziales Leben ist eingeschränkt, weil die Finanzierung von Freizeitbeschäftigungen oder Einladungen (z.B. Geburtstagsparty) nicht möglich ist. Diese Faktoren haben negative Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden, Bildungschancen und Selbstwertgefühl der Kinder. Obwohl das Thema gesellschaftlich und sozialpolitisch sehr wichtig ist, gibt es bisher nur wenig Forschung dazu, wie Kinder sozioökonomische Unterschiede in Familien wahrnehmen.
Mögliche Fragestellungen: Wie nehmen Kinder Armut und Reichtum wahr? Wann empfinden sie eine Familie als arm oder als reich? Welche Folgen hat Kinderarmut für die betroffenen Kinder und für die Gesellschaft? Welche Möglichkeiten gibt es, um Kinderarmut zu verringern?
Das Projekt MiKA („Mit Kindern anders über Familie forschen“) beschäftigt sich mit den kindlichen Vor-stellungen von Diversität in Familien. In Forschungswerkstätten wird mit Schüler/innen der Primarstufe (dritte und vierte Klasse der Volksschule) gemeinsam geforscht. In Kooperation mit Lehramtsstudieren-den der PH Wien wird ein Kartenset “Familie Kunterbunt. Entdeckungskarten zur Diversität von Familien” entwickelt. Dieses Kartenset wird als didaktisch einfach anwendbares Unterrichtmaterial zur Verfügung stehen, um die Diversität von Familien im Unterricht bearbeitbar zu machen.
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- Armut und Reichtum in Familien aus Kindersicht
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- Arránz Becker, O., Hank, K., Steinbach, A., (Hg) 2023. Handbuch Familiensoziologie. Wiesbaden: Springer VS.
- Bundeskanzleramt (Hg). 2021. 6. Österreichischer Familienbericht 2009-2019. Wien. https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/familie/familienpolitik/Familienforschung/familienbericht.html
- Ecarius, J., Schierbaum, A. (Hg) 2022. Handbuch Familie. Band I: Gesellschaft, Familienbeziehungen und differentielle Felder. Wiesbaden: Springer VS.
- Neuwirth, N., Buber-Ennser, I., Fux, B. (Hg). 2023. Familien in Österreich. Partnerschaft, Kinderwunsch und ökonomische Situation in herausfordernden Zeiten. Wien: ÖIF.
- Zartler, U. (2020). Familien. In: Flicker, Eva; Parzer, Michael (Hg): Forschungs- und Anwendungsfelder der Soziologie. Wien: Facultas. 105-118.
- Zartler, U., & Berghammer, C. (2023). Ein-Eltern-Familien. In O. Arránz Becker, K. Hank, & A. Steinbach (Eds.), Handbuch Familiensoziologie (pp. 543-570). Springer VS.